Profifußball und dann? Teil 4: Ein Blick zurück

Vor mittlerweile etwas mehr als vier Jahren schilderte ich auf diesem Blog meine damalige Situation als Fußballer und Berufseinsteiger. Nun habe ich einige sehr lehrreiche Jahre bei PASS hinter mir und hänge die Fußballschuhe beim SV Viktoria Aschaffenburg so langsam an den Nagel, um mich vollends der beruflichen Laufbahn zu widmen.

An meine ersten Erfahrungen mit der PASS Consulting Group erinnere ich mich noch sehr gut zurück. Ohne große Erwartungen fuhr ich damals an den Schwalbenrainweg und machte mir ein Bild vom Unternehmen und seinen Beschäftigten. Auch wenn für mich zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar war, wohin die Reise geht, hatte ich danach ein sehr gutes Gefühl und eine gewisse Vorfreude in mir.

Dieser Beitrag ist Teil meiner Blog-Serie „Profifußball und dann? “

Mit meinem Sportmanagement-Studium gehörte ich meiner Meinung nach zwar nicht unbedingt in die Zielgruppe eines typischen Angestellten bei PASS, wusste aber durchaus von vereinzelten Projekten, bei denen Sportler der regionalen Vereine in die Tätigkeiten von PASS hineinschnuppern durften. Schon 2015 gab es viele richtungsweisende Gespräche mit der Geschäftsleitung, die immer wieder ihr Interesse daran betonte, mit den eigenen IT-Lösungen auch in den weltweiten Sportmarkt einsteigen zu wollen.

Die Business Unit Sports

Fast fünf Jahre später hat sich einiges getan: Es gibt mittlerweile eine eigene Business Unit Sports mit sieben wunderbaren Kollegen. Sie alle verfolgen bzw. verfolgten innerhalb ihrer Sportkarrieren eine Ausbildung bei PASS und bringen die Business Unit (BU) jeden Tag ein Stück weiter nach vorne.

PASS ist hierbei ganz klar ein Paradebeispiel, wie eine Integration von Sportlern und Profiathleten in ein Unternehmen gelingen kann – obwohl die Berufserfahrungen im Vergleich zum typischen Arbeitnehmer im IT-Business zwangsläufig deutlich reduzierter ausfallen. Das ist für beide Seiten kein Selbstverständnis.

Es dauert in der Regel ein wenig, bis sich ein Leistungssportler an das Pensum und die Gegebenheiten eines Unternehmens gewöhnt hat. Aber der Ehrgeiz und Wille, den man als Sportler ohnehin zu jedem Zeitpunkt an den Tag legt, kommt nicht selten auch im Berufsleben zur Geltung. Anpassungsfähigkeit und hohe Lern- und Leistungsbereitschaft sind geschätzte Eigenschaften, um auch im Unternehmen gesetzte Ziele zu erreichen. Zumindest kann ich dies mit Blick auf meine Kollegen innerhalb der BU nur bestätigen.

Profifußball und dann? Teil 4: Ein Blick zurück

Das Modell von PASS ist beeindruckend und ich zolle ihm meinen ganzen Respekt.

Honigfalle im Spitzensport?

Wie aber kann es gelingen, ehemalige Leistungssportler zu integrieren oder aktive Athleten dazu zu bewegen, eine Ausbildung oder ein Studium zu absolvieren? In meinem ersten Blogbeitrag hatte ich über die Herausforderungen und Hürden berichtet, die ein zweigleisiges Vorgehen mit sich bringt.

Hat sich in den letzten Jahren daran irgendetwas geändert? Meiner Meinung nach nur ein wenig. Durch die Vielzahl an Online- und Fernstudiengängen wird es zwar immer einfacher, Angebote wahrzunehmen, dennoch ist dieser zweigleisige Ansatz immer noch eine große Herausforderung  und nur mit sehr viel Disziplin zu meistern. Auch wenn man hier und da sogar von Weltklassesportlern wie z.B. Robert Lewandowski (Stürmer FC Bayern, zehn Jahre Uni Warschau) hört, dass sie parallel zur Karriere ein Studium absolvieren.

Die Karriereplanung über den aktiven Sport hinaus muss viel mehr in den Fokus der Vereins- und Verbandsarbeit rücken, damit Spieler nicht allein gelassen werden und sich frühzeitig mit diesen Themen auseinandersetzen (dürfen), ohne eine potenzielle Profikarriere zu gefährden. Auch die Wirtschaft kann dazu einen Beitrag leisten und Sportler im Berufsalltag mit gewissen Freiheiten ausstatten, die ihnen ermöglichen, eine Sportkarriere und eine qualitativ hochwertige Ausbildung miteinander zu verbinden.

PASS und Viktoria Aschaffenburg verfolgen z.B. das Ziel, mit der IHK Aschaffenburg zu kooperieren, um gemeinsam Wege und Lösungen zu finden. Erste Gespräche verliefen sehr vielversprechend. Alle Seiten sind sich bewusst, welche Mehrwerte hier nicht nur für Sportler, sondern vor allem auch für Unternehmen generiert werden können. Ob dabei ein fruchtbares und eventuell flächendeckendes Modell herausspringt, wird sich zeigen. Aktuell ist die Versuchung, über mehrere Jahre alles auf eine Karte zu setzen, für viele Sportler immer noch zu verlockend. Vor allem die momentanen Gehälter und Ablösesummen im Profifußball sprechen da Bände. Und ob sich das – wie manche vermuten – durch Corona von alleine regeln wird, wird sich zeigen.

Auch der ehemalige Profi-Handballer Cornelius Maas (übrigens einst Werksstudent in der PASS-Unternehmenskommunikation) hat diese Situation in seinem Artikel Honigfalle im Spitzensport für die Deutsche Sporthilfe sehr treffend beschrieben. Absolut lesenswert!

 

Bilder: Moritz Hahn

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