PASS Karriere Blog https://blog.pass-karriere.com For a better digital world: Werde Teil unserer Erfolgsgeschichte! Fri, 13 Jan 2023 11:32:19 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.1.1 https://blog.pass-karriere.com/wp-content/uploads/2021/03/logo_favicon-150x150.png PASS Karriere Blog https://blog.pass-karriere.com 32 32 PASS unterstützt Deutschlandstipendiaten https://blog.pass-karriere.com/studenten-absolventen/pass-unterstuetzt-deutschlandstipendiaten/ https://blog.pass-karriere.com/studenten-absolventen/pass-unterstuetzt-deutschlandstipendiaten/#respond Fri, 13 Jan 2023 11:00:41 +0000 https://blog.pass-karriere.com/?p=5547

Das Deutschlandstipendium bietet jungen Talenten die Gelegenheit, früh in Kontakt mit Unternehmen diverser Branchen zu treten – diese haben im Gegenzug die Möglichkeit, die potenziellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von morgen kennenzulernen.

Fabian Fuchs studiert im ersten Semester an der TH Aschaffenburg den noch neuen Studiengang “Software Design”. Julius Reis ist Werkstudent bei PASS und studiert an der TH Aschaffenburg “International Management”. Im Doppelinterview geben beide einen Einblick, wieso sie sich für ihre Studienfelder entschieden haben und wie sie sich ihre Zukunft vorstellen.

Hallo Julius, hallo Fabian, schön, dass ihr euch heute Zeit für das Interview nehmt. Wie wurdet ihr auf das Deutschlandstipendium aufmerksam?

Julius: Kurz nach der Immatrikulation erhielt ich eine E-Mail von der TH Aschaffenburg, die mich auf das Deutschlandstipendium aufmerksam machte. Da ich mein Bachelorstudium in den USA sehr erfolgreich abgeschlossen habe, entschied ich mich, mich dafür zu bewerben. Als ich die PASS-Personalabteilung um eine Praktikumsbestätigung für das Deutschlandstipendium bat, wurde mir gesagt, dass PASS als Sponsor fungiert und mich gerne zusätzlich unterstützen möchte. Da ich die Kriterien der Hochschule erfüllte, erhielt ich so das Deutschlandstipendium und habe mich riesig gefreut.

Fabian: Erfahren habe ich vom Deutschlandstipendium von der TH Aschaffenburg. Die Hochschule hat eine E-Mail an ihre neuen Studierenden versendet, dass man sich für das Programm immer noch bewerben könne und die Frist für uns später ende. 

Gibt es Bereiche, in denen ihr euch außerhalb der Hochschule engagiert? 

Julius: Ich bin Spieler der Alemannia Haibach und spiele somit im Durchschnitt viermal die Woche Fußball. Für weitere Engagements neben Uni, Arbeit und Fußball fehlt mir leider meistens die Zeit. 

Fabian: Ich war jahrelang ehrenamtlicher Betreuer. Aktuell lege ich jedoch primär Wert auf mein Studium. Ich beteilige mich sehr aktiv als Kurssprecher und bin Kontaktperson zwischen Studierenden, Professoren und höheren Studiengängen.

Julius, du studierst “International Management”. Was hat für dich den Ausschlag für dieses Fach und für Aschaffenburg gegeben? 

Julius: Nachdem ich zuletzt drei Jahre in den USA an der Northern Michigan University studiert habe, wollte ich gerne wieder in der Nähe von meiner Familie und meinen Freunden leben. Zusätzlich bin ich mit meiner Freundin zusammengezogen, die in Großwallstadt arbeitet. Somit war der Standort Aschaffenburg perfekt. Darüber hinaus ist der Studiengang „International Management“ komplett auf Englisch, sodass ich weiterhin in der Sprache bleibe und dauerhaft Englisch spreche. 

Fabian, der Studiengang “Software Design” ist erst seit 2020 an der TH Aschaffenburg akkreditiert. Wieso hast du dich für dieses Fach und für Aschaffenburg entschieden? 

Fabian: Durch meine elektrotechnische Ausbildung habe ich meine starke Begeisterung zum Programmieren entdeckt und durch mein zuvor begonnenes Studium habe ich dann gemerkt, dass Elektrotechnik für mich in Zukunft eher sekundär eine Rolle spielen soll. Also habe ich nun ein Studium gestartet, welches genau meinen Interessen entspricht. Ich komme aus dem Landkreis Aschaffenburg und habe hier bis einschließlich der Ausbildung meine gesamte Schulzeit verbracht. Ich kenne Personen, die vor mir angefangen und positives vom Studiengang “Software Design” berichtet haben. Nach dem Studieninfotag der Hochschule war mir dann klar: Dieser Studiengang muss es sein!

Christian Schulz überreicht das Deutschlandstipendium an Fabian Fuchs.

Julius, was reizt dich daran, in der IT-Branche zu arbeiten? Seit 2022 bist du auch als Werkstudent bei PASS. Wie bewertest du die Zeit bisher? 

Julius: Die IT-Branche war für mich neu. Jedoch ist sie wichtiger denn je, da das Thema Digitalisierung in allen Branchen gefragt ist. Da ich in der PASS Business Unit (BU) Smart Enterprises tätig bin, arbeite ich eng mit aktiven und ehemaligen Sportlern zusammen  mit dem Ziel, Vereine und Verbände zu digitalisieren. Der Sportbezug in Verbindung mit Consulting interessiert mich sehr und macht mir unheimlich Spaß. Ich habe mich schnell in die Rolle eingefunden und werde dabei jederzeit von meinen Kolleginnen und Kollegen unterstützt. 

Habt ihr vor, die Weiterbildungsangebote von PASS zu nutzen?

Julius: Die PASS Akademie bietet spannende Seminare an. Vor allem die Bereiche Management und Sozialkompetenz wecken mein Interesse. Ich werde mich in diesem Jahr auf jeden Fall enger damit befassen.

Fabian: Sehr gerne nehme ich Weiterbildungsangebote an.

Wo seht ihr euch in fünf Jahren?

Julius: Das ist eine gute Frage. Meistens gehen Pläne, wie wir durch Covid alle erfahren haben, nicht so auf, wie wir uns sie vorgestellt haben. Trotzdem habe ich natürlich Ziele für die Zukunft. In fünf Jahren sehe ich mich fest etabliert in der Arbeitswelt, am besten im Bereich Consulting und Sport. Eventuell stehen auch die Themen Familienplanung und Hochzeit an, aber das kann ich jetzt noch nicht wissen. Da lasse ich mich einfach überraschen!

Fabian: Um ehrlich zu sein: Vor einem Laptop/PC am Programmieren. Aber mit einem feinen Unterschied: Ich denke oder bin mir schon sehr sicher, dass sich bis dahin die Art des Programmierens verändert hat. Ich erlebe gerade pure Faszination. Die Künstliche Intelligenz, mit der ich jetzt schon zu tun habe, erleichtert einem den Programmierprozess enorm. Einfachere Dinge werden in wenigen Sekunden zur Verfügung gestellt. Komplexere Programme sind ebenfalls schon ohne Probleme möglich. Vor allem in der Programmierwelt ist die Künstliche Intelligenz sehr weit fortgeschritten und absolut zu gebrauchen. Und das jetzt schon im Jahr 2022. Deswegen: Ich sehe mich als ein Programmierer, der sich hauptsächlich mit Thematiken beschäftigen wird, die nicht durch künstliche Intelligenzen erledigt werden können.

 Vielen Dank für das Gespräch! 

Über das Deutschlandstipendium

Seit dem Sommersemester 2011 fördert das Deutschlandstipendium Studierende sowie Studienanfängerinnen und Studienanfänger. Sie erhalten 300 Euro monatlich als Zuschuss zu ihrem Studium. Dafür qualifizieren können sich Studierende, deren Werdegang herausragende Leistungen an Universität und Hochschule sowie im späteren Berufsleben erwarten lässt. Eine Hälfte des Zuschusses wird dabei vom Bund gefördert, die andere Hälfte wird von privaten Stiftern bereitgestellt. Die Kombination aus zivilgesellschaftlichem Engagement und staatlicher Förderung macht laut dem Bundesministerium für Bildung und Forschung die Besonderheit des Deutschlandstipendiums aus.


Fotos: TH Aschaffenburg

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Unsere Vorgehensweise bei der Produkt- und Projektentwicklung https://blog.pass-karriere.com/insights/unsere-vorgehensweise-bei-der-produkt-und-projektentwicklung/ https://blog.pass-karriere.com/insights/unsere-vorgehensweise-bei-der-produkt-und-projektentwicklung/#respond Mon, 24 Oct 2022 09:02:40 +0000 https://blog.pass-karriere.com/?p=5464

Im Folgenden gebe ich einen Überblick über die Entstehungsgeschichte unseres comPASS-Portals und liefere Einblicke in die von PASS verwendete Construction Line.

Den Begriff der Verfahrenstechnik verwendet man üblicherweise in der industriellen Produktion. Wir sehen bei PASS auch Softwareentwicklung als einen industriellen Produktionsprozess, wobei insbesondere dessen Vorbereitung (Requirements Management, Spezifikation), aber auch die Standardisierung und Automatisierung der “Produktionsmethoden” sehr viel Kreativität und Wissensarbeit erfordern.

Das Portal comPASS beschreibt unsere Verfahrenstechnik für verschiedene Bereiche, in denen wir tätig sind. Ich möchte an dieser Stelle den herausforderndsten Bereich daraus kurz vorstellen: komplexe Kundenprojekte. Das “komplex” bezieht sich dabei auf die Vielfalt der unterschiedlichen Leistungstypen, d.h., es geht dabei selten wirklich nur um Softwareentwicklung. Vorstellen möchte ich insbesondere, wie wir diesen Herausforderungen seit mehreren Jahrzehnten begegnen.

Der Ursprung von comPASS – ein Ausflug in die Geschichte von PASS

PASS hat seine Wurzeln in der Softwareentwicklung. Die Gründungsidee, individuelle Software zum Preis von Standardsoftware zu entwickeln, erforderte bereits vor über 40 Jahren ein strukturiertes Vorgehen, die geschickte Wiederverwendung von Software und das Selbstverständnis permanenter Verbesserung als höchstes Ziel. Eigene Vorgehensmodelle sicherten die Lösungsqualität eines wachsenden Unternehmens und waren dabei auch Basis für die Beratung vieler Kunden. Anfang 2010 flossen die bis dahin zahlreichen Dokumente und Foliensätze in ein erstes Portal namens comPASS ein. Mit seiner zentralen Verfügbarkeit innerhalb des Unternehmens, abgestimmten Prozessbeschreibungen, Methoden, Good Practices, Tools usw. entwickelte sich comPASS schnell zu einer bedeutenden Wissensbasis.

Die Bandbreite unseres Geschäfts

In den letzten Jahren haben wir immer häufiger die Erfahrung gemacht, dass unsere Kunden neben der Entwicklung von Individualsoftware und den klassischen Beratungsleistungen auch noch viele andere Arten von Leistungen benötigen. Neu entwickelte Software musste regelmäßig auch in eine frische Systemlandschaft integriert werden. Oft war dabei eine der Anforderungen, dass auch Daten aus einem alten System übernommen werden. Immer mehr Kunden waren daran interessiert, dass PASS die neu entwickelte Software auch gleich selbst betreibt. Neben den Neuentwicklungen kamen bald auch das Hosting von Fremdsystemen hinzu sowie immer mehr Standardlösungen, die PASS selbst erfolgreich am Markt positioniert hat. Auch die Vereinbarungen zur Wartung und Nutzung der PASS Systeme wurden immer aufwendiger, insbesondere in den Geschäftszweigen, welche von der Finanzaufsicht reguliert werden. Branchen, in denen PASS sehr erfolgreich war und ist.

Der Irrtum von Konrad Zuse

Gehen wir zeitlich noch einen kleinen Schritt zurück in die Zeit der Erfindung des Computers. Konrad Zuse war Bauingenieur sowie Fabrikant und baute 1941 mit seinem Z3 als vermutlich Erster einen funktionstüchtigen Computer. Aufgrund seiner Erfahrungen als Fabrikant konnte er sich sehr gut vorstellen, dass man mit der industriellen Fertigung einer durch Software steuerbaren Maschine, d.h. hauptsächlich mit der Hardware, gutes Geld verdienen konnte. Die Software selbst sah er jedoch nur als “Mittel zum Zweck”, als ein notwendiges Anhängsel, das sich nicht kommerziell vermarkten lies. Erst IBM und andere korrigierten nach dem Kauf der Rechte diesen Irrtum.

Verschiedene Lines definieren Prozesse

Auch PASS war zunächst sehr fokussiert auf die Softwareentwicklung. Heute bedienen wir unsere Kunden jedoch mit einer breiten Palette zusätzlicher, ergänzender Leistungen, die wir im Laufe der Jahre professionalisiert haben. Die heutige Verfahrenstechnik, wie sie im comPASS-Portal beschrieben ist, unterteilt das Projektgeschäft bereits bei den ersten Vorgesprächen in sechs Leistungskategorien, von denen jede mit einer Analyse, der Erstellung einer Spezifikation und der Abstimmung vertraglicher Vereinbarungen beginnt. Davon ist Softwareentwicklung nur eine Kategorie – wir sprechen von der Construction Line oder kurz cLine.

  • Die Migration von Daten ist in der Migration Line (mLine),
  • die Übernahme von Fremdsystemen in die Betriebsverantwortung von PASS in der Transition Line (tLine) und
  • die Integration eines PASS Standardsystems in die Arbeitsabläufe eines Kunden in der Integration Line (iLine) festgehalten.
  • Die Aufbauleistungen für Betrieb und IT-Servicemanagement finden sich in der Service Line (sLine) und
  • die Abstimmung von Vereinbarungen zur Nutzung von PASS Software sind in der Licensing Line (lLine) beschrieben.

Diese Lines finden sich bildlich in der Pyramide wieder, die als Symbol der comPASS-Verfahrenstechnik verwendet wird. Sie hat eine Wabe als Grundfläche und jede Stirnseite der Pyramide stellt eine dieser Lines bzw. Leistungskategorien dar.

PASS Verfahrenstechnik comPASS
Die Pyramide der Verfahrenstechnik comPASS in der Übersicht.

Die langsame Auflösung der Silos

Das erste, in 2010 begonnene comPASS-Portal war sicherlich ein wichtiger Meilenstein. Prozesse und Methoden zur Neuentwicklung von Software, auch das zugehörige Projektmanagement sowie konstruktive und analytische Qualitätssicherung, waren dort mit gutem Detaillierungsgrad beschrieben. An den Schnittstellen dieser Prozesse beispielweise zum Vertragswesen, zu vertrieblichen Themen oder auch zu Wartung und Betrieb fanden sich meist nur Verweise auf Informationsquellen in anderen Systemen, die hinsichtlich ihrer Ausprägung und Nutzbarkeit “anders” waren. Selbstverständlich waren auch in diesen Unternehmensbereichen Prozesse und Verfahren beschrieben. An dieser Stelle finde ich jedoch den Vergleich mit einer Landschaft voller Silos sehr passend: Aufgrund der (mehr oder weniger) Isolation in diesen Silos haben sich die Unternehmensbereiche für sich alleine gesehen gut, aber aus einer gewissen Distanz betrachtet völlig unterschiedlich entwickelt.

Heute gibt es diese Silos nicht mehr. Man kann nicht sagen, dass Silos “eingerissen” wurden, wie es ein beliebter Sprachgebrauch in der IT ist. Vielmehr handelt es sich um eine natürliche Entwicklung der Unternehmenskultur, die zu einer immer engeren Integration und Verzahnung von Prozessen geführt hat. Beschleunigt wurde diese Entwicklung endgültig durch den Digitalisierungsschub als Nebeneffekt der Corona-Pandemie.

Um zwei Beispiele aus comPASS zu nennen: Projektmanager füllen Leistungsscheine auf Vorlagen des Vertragscontrollings mit Inhalten, die für Angebote des Vetriebs oder für das mit dem Kunden abzustimmende – selbstverständlich digitale – Vertragswerk verwendet werden. Das Management für IT-Services und für den geplanten Systembetrieb wird bereits in der Analysephase aktiv in jedes Projekt eingebunden, so dass die zu erwartenden Kosten passend eingepreist und alle notwendigen Aufbauleistungen bei der Gesamtplanung berücksichtigt werden können.

Der Wert von Information

Die in comPASS beschriebene Vorgehensweise für Projekte basiert auf einer hohen Wertschätzung für jede im Projekt gewonnene Information. Daher wurden die ersten Vorgespräche mit einem potenziellen Auftraggeber, die erste Analyse seiner Ideen und deren Machbarkeit, zu einer eigenen Projektphase deklariert. Eine Projektphase, in der bereits mit der Erstellung von Spezifikationen begonnen wird. Die dort erarbeiteten und dokumentierten Informationen ergeben die Versionen 0.1 der Leistungsspezifikationen auf die wiederum in Angeboten für Folgephasen referenziert wird. In den folgenden Projektphasen werden dann genau diese Spezifikationen weiter fortgeschrieben und ergänzt, was einem Verlust oder einer “Korrosion” der Informationen vorbeugt.

Bei Projekten mit einem hohen Anteil an Neuentwicklung ist es die Regel, dass der Gesamtaufwand noch nicht bereits nach den Vorgesprächen fest und verlässlich ermittelt werden kann. Deshalb gibt es in der Vorgehensweise nach comPASS eine optionale Phase, die wir Vorprojekt oder Scope-Phase nennen. Sie dient hauptsächlich dem Ziel, die Annahmen und Prämissen, auf denen unsere erste Planung und Aufwandsschätzung basiert, zu verfeinern. Der Kunde erhält im Anschluss daran ein Angebot für alle nachfolgenden Phasen, für das sogenannte Hauptprojekt, das von deutlich weniger Unsicherheiten ausgeht. Das ist sowohl für PASS als auch für den Kunden von Vorteil. Ergeben die nachfolgenden Analysephasen dann schließlich ein vollständiges und schlüssiges Bild des Auftrags, wird das noch mit Unsicherheiten behaftete Angebot durch einen Projektvertrag mit exakten und verbindlichen Parametern ersetzt.

Ist ein Phasenmodell nicht old-fashioned?

Wir werden oft gefragt, ob ein Phasenmodell heute noch zeitgemäß ist und ob man Projekte nicht besser vollständig agil durchführen sollte. Bei der Antwort muss man berücksichtigen, dass es nicht “das agile Vorgehen” gibt, sondern dass Agilität in der Softwareentwicklung ein Set von Werten und Praktiken ist, die alle nur unter bestimmten Rahmenbedingungen nutzenbringend sein können. Die Verfahrenstechnik nach comPASS basiert durchaus auf mehreren agilen Werten:

  • Enge Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber.
  • Die iterative Fortschreibung von Spezifikationen (in den ersten Projektphasen).
  • Verfeinerung der Auftragsprämissen (in den ersten Projektphasen).
  • Inkrementelle Entwicklungsprozesse.
  • Regelmäßige Retrospektiven und abgeleitete Verbesserungsmaßnahmen der Prozesse und der gesamten Organisation.

Andere agile Methoden wie beispielsweise auf einem Backlog basierende kurze Sprints oder Time Boxing sind dagegen schwer mit der Erfüllung werkvertraglicher Lieferverpflichtungen zu vereinbaren. Sie können jedoch in anderem Kontext zum Einsatz kommen, beispielsweise wenn es um die interne kreative und marktgetriebene Entwicklung innovativer Softwareprodukte geht oder auch um exploratives Vorgehen ohne ein vorgegebenes und zu erreichendes Ziel.

Was ist nun comPASS wirklich?

Unser comPASS wird oft (neben der bildhaften Darstellung als Pyramide) durch einen Kompass symbolisiert, der dem Suchenden die richtige Richtung weist. Diese Symbolik passt gut, denn die Vorgehensmodelle, wie ich eines davon exemplarisch für komplexe Kundenprojekte angerissen habe, sollen den involvierten Kolleginnen und Kollegen auf Grundlage unseres in 40 Jahren erworbenen Wissens einen für ihre Aufgabe vorteilhaften Weg zeigen. Dabei ist comPASS kein Regelwerk der Geschäftsleitung, das unter allen Umständen einzuhalten ist. comPASS steht auch für kooperative Verantwortung des gesamten Unternehmens für Projekte und Produkte als gemeinsame (common) Verantwortung von PASS für unsere geschäftlichen Aktivitäten. In diesem Sinne ist jeder Mitarbeiter aufgefordert, sich in den Wissenspool comPASS einzubringen und an seiner Weiterentwicklung mitzuarbeiten.

Titelbild: Shutterstock

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Pandemie als Treiber für flexiblere Arbeitsmodelle https://blog.pass-karriere.com/arbeitswelt-4-0/flexiblere-arbeitsmodelle/ https://blog.pass-karriere.com/arbeitswelt-4-0/flexiblere-arbeitsmodelle/#respond Wed, 11 Aug 2021 09:00:19 +0000 https://blog.pass-karriere.com/flexiblere-arbeitsmodelle/

Heute sind diese neuen Konzepte aus unserer Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken. Bei PASS haben wir zu Beginn des Jahres eine Umfrage unter den Beschäftigten zum Thema „Homeoffice“ durchgeführt und dabei interessante Einblicke gesammelt.

Rückblick: Bereits im Frühling 2020 habe ich auf diesem Blog einen Beitrag über die ersten Homeoffice-Maßnahmen bei der PASS Consulting Group geschrieben. Damals waren die Einschränkungen für uns noch Neuland und Lockdowns, Maskenpflicht und Ausgangssperren nicht der stetige Begleiter unseres Berufslebens. PASS hatte zu Beginn der Pandemie im März 2020 kurzfristig über 90 Prozent der Belegschaft ins heimische Office verlegt und gehört damit zu den Arbeitgebern in Deutschland, die besonders schnell und konsequent reagierten. Innerhalb von wenigen Tagen wurden komplette Teams „ausgelagert“, was dazu führte, dass es in der Aschaffenburger Firmenzentrale zum ersten Mal merkwürdig still wurde.

Weiterhin arbeitet die große Mehrheit von zu Hause

Heute haben sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Geschäftsleitung mit dem drastischen Schritt arrangiert und sogar positive Begleiterscheinungen erleben können, wie sich in unserer Umfrage zeigte – dazu gleich mehr. Nach wie vor arbeitet fast die komplette Belegschaft an allen PASS-Standorten in Deutschland weiterhin von zu Hause, doch mit dem steigenden Impffortschritt und niedrigen Inzidenzwerten gibt es auch bei PASS Bestrebungen, das Präsenzmodell wieder etwas zu lockern und die Beschäftigten an einem PASS Standort arbeiten zu lassen.

Hybrid-Modell von vielen bevorzugt

Das neue digitale Arbeitskonzept funktioniert teilweise sogar so gut, dass man sich bei PASS sehr gut vorstellen kann, die Gestaltung des verteilten Arbeitens für bestimmte Unternehmensbereiche beizubehalten und mit der Belegschaft – wo möglich – zu einer Work-Life-balancierten Kooperation zu kommen. Diese kann z.B. in einem Hybridmodell aus Remote Working und Büro bestehen. Voraussetzung sind zunächst noch zahlreiche rechtliche Klärungen zu Datenschutz, Datensicherheit, Haftung, Versicherung etc. Auch organisatorisch muss vieles neu gedacht werden, u.a. die künftige Raumnutzung in den Bürogebäuden: hier könnten fest zugeordnete Arbeitsplätze, die künftig vermutlich überwiegend leer bleiben, flexiblen Konzepten weichen: Wer häufig von außerhalb arbeitet, bucht dann z.B. über ein Raumbuchungssystem für bestimmte Tage seinen Arbeitsplatz vor Ort. Gleichzeitig können Team-Spaces vorgesehen werden, also Bereiche, die durch Teams geblockt werden können, damit diese auch im Office zusammenbleiben.

Das PASS Board of Executives und die Personalabteilung stützen ihre Planungen dabei auch auf eine interne Studie, die ich – als studierter Sozialwissenschaftler – im März 2021 durchgeführt habe.

150 PASS Beschäftigte nahmen an Umfrage teil

Das Feedback auf diese Umfrage mit etwa einem Dutzend Fragen war gewaltig. Rund 150 PASS Beschäftigte nahmen teil und lieferten in umfangreichen und detaillierten Antworten wertvolles Feedback auf die qualitativen Fragestellungen zu ihrer persönlichen Homeoffice[1]-Situation. Bedeutsam war auch, dass besonders viele Beschäftigte (40 Prozent der Befragten) ein persönliches Feedback abgaben, die sich bereits mehr als zehn Jahre im Unternehmen befinden und so einen wertvollen Überblick über die Arbeitssituation im vergangenen Jahrzehnt haben.

Positive Begleiterscheinung der Umfrage: Das Rating, welches unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das PASS Homeoffice-Angebot vergaben: So wurde gerade der schnelle und unkomplizierte Umstieg im März 2020 von über 70 Prozent der Befragten positiv bewertet. Gleichzeitig vergaben die Beschäftigten ein Sterne-Rating von 4,2 aus 5 für das generelle PASS-Homeoffice-Angebot. Das allgemeine Homeoffice-Angebot wurde von über 85 Prozent der Befragten überwiegend positiv bis sehr positiv bewertet – ein klares Ergebnis.

Überraschend war auch die Deutlichkeit des Feedbacks auf die Frage, welches Arbeitsmodell die Beschäftigten nach dem Ende der Pandemie bevorzugen würden. Dabei sprach sich die überwiegende Mehrheit der befragten Belegschaft für ein zukünftiges hybrides Arbeitsmodell aus.

In den persönlichen Antworten lobten viele der Befragten vor allem die maximale Flexibilität im Homeoffice, die Ruhe, die sich in den eigenen vier Wänden zum Arbeiten biete und die Vereinbarkeit von Job und Familie. Der Vertrauensvorschuss, den PASS seinen Beschäftigten mit einer 100 Prozent Heimarbeit-Lösung gewährt hatte, wurde überwiegend positiv wahrgenommen. Viele fühlten sich – aus den persönlichen Antworten gefiltert – im Homeoffice freier, voller Tatendrang, konzentrierter sowie selbstständiger und kreativer.

Herausforderungen kein unerheblicher Faktor

Als Herausforderungen erlebten meine Kolleginnen und Kollegen vor allem die große räumliche Distanz zu anderen Beschäftigten innerhalb des Unternehmens. Gerade der persönliche Kontakt stellt aber im gemeinsamen Arbeiten einen wichtigen Faktor dar, den es nicht zu unterschätzen gilt. Der große Wunsch von vielen: Auch nach der Pandemie sollen wieder größere Meetings und Kick-off-Veranstaltungen stattfinden. Die persönliche Begegnung mit Kunden und neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterin ist für viele der befragten PASS Beschäftigten kein unerheblicher Faktor, wenn es um Arbeitsqualität und das oft genannte „Wir-Gefühl“ geht. Gerade für die neuen Kolleginnen und Kollegen war die Zeit zu Beginn sicherlich eine Herausforderung, so fehle ein Gefühl des Ankommens im Unternehmen, obwohl PASS auch im Homeoffice sicherstellte, dass entsprechende Integrationsveranstaltungen weiterhin stattfanden.

Die Trennung zwischen Arbeit und Privatleben erwies sich dabei in unserer Umfrage als ein zweischneidiges Schwert: Zum einen wurden die wegfallenden Arbeitswege und die dadurch erhöhte Zeit mit der Familie geschätzt, gleichzeitig stellte sich aber auch die Lockdown-Situation während der Pandemie (z.B. Unterricht von zu Hause, Quarantäne mit mehreren Personen in einem Haushalt) als klare Herausforderung dar. Hier sei aber positiv zu vermerken, dass 60 Prozent der Befragten bei PASS immerhin die Möglichkeit hatten, sich in den vergangenen Monaten ein eigenes Bürozimmer im Haushalt einzurichten. Dennoch: Während auf der einen Seite das gemeinsame Mittagessen mit der Familie und erhöhte Work-Life-Balance von vielen Beschäftigten geschätzt wurde, gaben einige an, dass sie im Homeoffice auch mehr arbeiten, da der Nachhauseweg ohnehin für sie kürzer sei und es so leichter Falle, auch einmal eine Stunde dranzuhängen.

Ein Blick voraus

Als Mitarbeiter von PASS blicke ich mit Spannung in die Zukunft, denn neue digitale Arbeitskonzepte dürften in den kommenden Jahren nicht nur unsere Branche beherrschen, sondern könnten auch in vielen weiteren Unternehmen in Deutschland und rund um den Globus dauerhaft zum zentralen Faktor werden. Mein Kollege Markus Uhl hat vor einiger Zeit auf unserem Digital Management Blog einen spannenden Beitrag zu digitalen Nomaden geschrieben, also Menschen, die ihren Arbeitsplatz selbst definieren und rein theoretisch von überall arbeiten können. Sei es in einem Homeoffice auf dem Land, in einem großen Büro in Frankfurt oder am Strand in Miami. Arbeitsplätze sollten sich in Zukunft den Wünschen der Beschäftigten anpassen und Freiheiten einräumen. Nur so kann Deutschland als Wirtschaftsstandort ein Anreiz für die Talente von morgen sein.

Im Dezember 2020 haben meine Kollegin Heidrun Fernau-Rienecker und ich übrigens mit dem Mentaltrainer, Motivationspsychologen und Buchautor Jörg Zeyringer in unserem PASS Podcast gesprochen. Das Thema: “Wie gelingt erfolgreiches Teamwork, auch während langfristiger räumlicher Trennung?”

[1] Unter dem Begriff Homeoffice subsumierten wir zu Beginn der Pandemie die Verlegung der Beschäftigten vom PASS Büro in deren private Räumlichkeiten. Daher wird der Begriff in diesem Artikel als Oberbegriff für jedes Arbeiten außerhalb des Unternehmens verwendet. Künftig wird – je nach Ausgestaltung – differenziert in z.B. Homeoffice, Mobile Working, Remote Working, Heimarbeit etc.

Bild: Shutterstock

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Podcast: „Durch Bildung Armut verhindern“ https://blog.pass-karriere.com/insights/fly-and-help-podcast/ https://blog.pass-karriere.com/insights/fly-and-help-podcast/#respond Tue, 20 Apr 2021 09:54:30 +0000 https://blog.pass-karriere.com/fly-and-help-podcast/

Heidrun Fernau-Rienecker (Chief Marketing Officer, PASS) und Lucas Mertsching (PR & Communications Manager, PASS) kommen in der neuesten Ausgabe des „For a better digital world“-Podcast mit dem FLY & HELP-Gründer Reiner Meutsch ins Gespräch.

(mehr …)]]>
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WomenTech 2020: Erfolgreich durch herausfordernde Zeiten https://blog.pass-karriere.com/insights/womentech-2020-herausfordernde-zeiten/ https://blog.pass-karriere.com/insights/womentech-2020-herausfordernde-zeiten/#respond Mon, 15 Mar 2021 14:00:33 +0000 https://blog.pass-karriere.com/womentech-2020-herausfordernde-zeiten/

Auch die Menschen wirkten entspannter, nachdem sie genau wussten, wie sie mit Abstands- und Hygieneregeln sich und andere vor diesem gefährlichen Virus schützen können. 

Doch jeder Mensch geht anders mit Homeoffice, Kontaktverboten und Videokonferenzen um. Für uns ist es jetzt an der Zeit, sich innerhalb der Tech-Community zu vernetzen und Networking-Angebote wahrzunehmen.

Neue Möglichkeiten mich einzubringen

Ich selbst suchte im vergangenen Jahr nach Möglichkeiten, mich wieder mit der Technologie-Community zu beschäftigen und mich mehr in Dinge einzubringen. Als jemand der Fitness liebt und sich eigentlich gerne in der Natur aufhält, benötigte ich Alternativen, um meine Zeit zu verbringen. Ich beschloss, dass es an der Zeit war, mehr Menschen zum Programmieren zu ermutigen, insbesondere zur Java-Programmierung. Es braucht Tutorials, um Anfänger an das Thema heranzuführen. So ging mir die Einrichtung meines neuen YouTube-Kanals Java mit Ali schnell von der Hand. YouTube erschien mir dabei als eine ideale Plattform, um mich wieder mit den Technologie-Communities zu vernetzen und auf einer neuen Ebene zu engagieren.

Viele Leute nutzten 2020, um ihren Träumen und Interessen nachzugehen. Einige haben Instrumente erlernt, sich wieder mit Hobbys aus ihrer Kindheit beschäftigt und andere haben sich entschlossen, eine zusätzliche Ausbildung zu machen und neue Fähigkeiten zu erlernen. Zu Beginn des letzten Jahres belegten immer mehr Menschen Technologiekurse und suchten auf Seiten wie Udemy und YouTube nach Tutorials. Genau für diejenigen, die das Programmieren zum Spaß und in ihrer Freizeit lernen wollen, wollte ich einen kostenlosen Kurs anbieten. Auf dem “Java with Ali” YouTube-Kanal veröffentlichte ich einige Videos und nutze diese auch, um einen Kurs zu entwickeln, der auf Udemy verfügbar ist – einer weltweiten Lernplattform. Damit erreiche ich bereits über 4.000 Studenten weltweit.

Auf der WomenTech-Konferenz 2020

Die WomenTech 2020 Konferenz fand im Mai 2020 mit über 100.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern rein virtuell statt. Dennoch war die Konferenz gut organisiert, erstreckte sich über mehrere Tage und zog natürlich Mitarbeiter der “Big Player” Snapchat, Google und Facebook, aber auch von kleineren, weniger bekannten Unternehmen an. Es wurden verschiedene Themenkategorien diskutiert, darunter Diversität in der Technologie, Führung, Soft Skills, Leadership, Networking, Personal Branding, Produktivität, Gehaltsverhandlung und persönliche Finanzplanung/-management. Aber auch technische Themen wie Microservices, NOSQL, Tech Debt, APIs, Infrastruktur, Open Source, Fullstack vs. the rest, Scaling Tech, Drupal / WordPress, Symfony und Micro Frontends fanden ihren Platz.

Coding für Anfänger stand als essenzielle Fähigkeit für die zukünftige Arbeit ebenfalls auf der Agenda. In den verschiedenen Coding-Sprachen wurden Workshops angeboten und Frauen aus der Technologie-Branche teilten ihre Erfahrungen. Es wurden Verbindungen geschaffen, die rund um den Erdball reichen und auch andere ermutigen sollten, in der Community zu bleiben oder in die Programmierung einzusteigen.

Viele Menschen sind sich mittlerweile der “undichten STEM-Pipeline” bewusst, die zeigt, dass Frauen und Mädchen in Bereiche der Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen sowie Mathematik einsteigen, diese aber bald wieder verlassen. Auch wenn die Konferenz diese Probleme nicht vollständig lösen kann, so ist sie doch ein Schritt in die richtige Richtung, wenn es darum geht, wichtige Verbindungen zu knüpfen. Solche Konferenzen schärfen das Bewusstsein für die Herausforderungen, mit denen Frauen konfrontiert sind, und machen auf globaler Ebene sichtbar, welchen Beitrag zur Gemeinschaft sie leisten.

Vielen Dank an die PASS Consulting Group für die Bereitstellung einer großartigen Arbeitsumgebung und auch für die Ermutigung zur Teilnahme an solchen Konferenzen.


Bild: Shutterstock

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Podcast: „Teampower im Homeoffice“ https://blog.pass-karriere.com/arbeitswelt-4-0/podcast-teampower-im-homeoffice/ https://blog.pass-karriere.com/arbeitswelt-4-0/podcast-teampower-im-homeoffice/#respond Wed, 16 Dec 2020 10:57:14 +0000 https://blog.pass-karriere.com/podcast-teampower-im-homeoffice/

Das Homeoffice stellt Führungskräfte und Teamleader vor neue Herausforderungen: In unserem Podcast hat Heidrun Fernau-Rienecker, Chief Marketing Officer bei PASS, den Motivationspsychologen, Mentaltrainer und Buchautor Jörg Zeyringer zu Gast. 

Homeoffice und Mobile Office haben sich in 2020, bedingt durch die weltweite Corona-Pandemie, zu zukunftsfähigen Lösungen für dezentrales Arbeiten entwickelt. Doch viele Teamleiter, Organisatoren und Führungskräfte betreten im Arbeitsalltag noch Neuland. Hier stellt sich nun die Frage: „Wie gelingt erfolgreiches Teamwork, auch während langfristiger räumlicher Trennung?”

Vielen Dank für das interessante Gespräch.

Jörg Zeyringer ist erfolgreicher Trainer, Berater und Coach im Gesundheitswesen, in der Wirtschaft und im Profisport. Zu seinen Schwerpunkten zählen: Führungsmethodik, Motivation, Kommunikation, Persönlichkeits- und Teamentwicklung, Mitarbeiter- und Führungsentwicklung sowie mentale Stärke und Widerstandsfähigkeit. Als Mentalcoach betreut er Trainer und Spieler in den höchsten europäischen Fußball-Ligen.

Der promovierte Psychologe ist zudem Autor zahlreicher Bücher. Zu seinen erfolgreichsten Werken zählen „Teamgeist - Wie man ein Meisterteam entwickelt“, welches in Kooperation mit Fußball-Bundesliga-Trainer Adi Hütter von Eintracht Frankfurt entstanden ist, sowie „Vom Traum zum sportlichen Erfolg" und „Wie Geld wirkt“.

Weitere Informationen zu Jörg Zeyringer finden Sie auf seiner Homepage.


Bilder: Shutterstock, Jörg Zeyringer

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Virtueller J.P. Morgan 2020: Sport in Zeiten von Corona https://blog.pass-karriere.com/insights/sport-in-zeiten-von-corona/ https://blog.pass-karriere.com/insights/sport-in-zeiten-von-corona/#respond Mon, 16 Nov 2020 06:19:51 +0000 https://blog.pass-karriere.com/sport-in-zeiten-von-corona/

Ist der innere Schweinehund erst einmal überwunden, geht der Rest von ganz alleine. Doch anstatt zusammen mit Tausenden weiteren Läuferinnen und Läufern bin ich auf den anstehenden fünfeinhalb Kilometern (fast) für mich alleine unterwegs. Die Frankfurter Häuserschluchten tausche ich gegen einen Radweg zwischen den Ausläufern des Odenwaldes und dem idyllischen Mainufer.

Rückblick: Im Januar startete ich in eine neue berufliche Herausforderung als Eventmanagerin der PASS Consulting Group. Doch welch ein Veranstaltungsjahr uns bevorstand, konnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnen. Voller Vorfreude begann ich, die Teilnahme von PASS an verschiedenen Firmenläufen in der Region zu planen und zu organisieren. Eines dieser Sportevents sollte auch in diesem Jahr die J.P. Morgan Corporate Challenge in der Frankfurter Innenstadt sein. Als Team Captain war ich für die Anmeldung unseres PASS Lauf-Teams und die allgemeine Organisation verantwortlich: Wie kommen die Kolleginnen und Kollegen nach Frankfurt? Wo bekommen wir unsere Laufnummern? Was passiert nach dem Lauf? Doch in diesem Jahr sollte alles ganz anders kommen.

Mit Beginn der Pandemie werden große Sportereignisse rar

Bereits im März wurde der J.P. Morgan Chase Lauf in Frankfurt Corona-bedingt von Mitte Juni in den September verlegt. Für mich als Teilnehmerin kam die Verschiebung ganz gelegen, somit hatte ich mehr Zeit, um mich auf den Lauf vorzubereiten und den im Lockdown etwas eingerosteten Körper wieder in Form zu bringen. Die Veranstalter hatten zu diesem Zeitpunkt noch die Hoffnung, durch die Verschiebung auch in diesem Jahr wieder Tausende von Menschen auf die Strecke durch die Mainmetropole schicken zu können. Anfang Juli stand dann aber fest, dass ein Laufevent dieser Größenordnung nicht stattfinden kann. Die geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen machten eine Absage der Corporate Challenge unumgänglich.

Aber die Vorbereitung war nicht vollkommen umsonst. Im Zuge der offiziellen Absage der weltweit ausgetragenen Challenge wiesen die Organisatoren bereits darauf hin, dass sie an einer virtuellen Variante des Laufs arbeiteten. Und die zahlreichen Fans der Veranstaltung sollten nicht enttäuscht werden: Firmen konnten weltweit per App am J.P. Morgan Chase Lauf teilnehmen, sich vernetzten und sportliche messen. Das große Laufevent blieb so leider aus, dennoch wollte ich die Möglichkeit nutzen, zum ersten Mal an einem Firmenlauf teilzunehmen. In verschiedenen Vorbereitungsläufen kundschaftete ich die besten Strecken in der Umgebung aus – möglichst eben und ohne große Anstiege sollte mein Track sein. Am Ende wählte ich einen, wie ich finde, schönen Rundlauf am Mainufer entlang.

78,4 Kilometer als PASS-Team gesammelt

Mitte Oktober war es dann endlich soweit. Arbeitstag beenden, Laptop zuklappen und das Laufoutfit anlegen. Handy nicht vergessen! Die J.P. Morgan Lauf-App starten und los geht’s. Für mich kostet es die größte Überwindung den ersten Schritt zu machen. Ist die Sportkleidung aber erst einmal angelegt, geht der Rest ganz von alleine. Ich hatte Glück und habe für meinen Lauf einen schönen Herbstabend gewählt. Leicht bewölkt und milde Temperaturen – perfektes Laufwetter. Meine Strecke führte am Mainufer entlang und an Bäumen in den schönsten Herbstfarben vorbei. Beim Laufen bekomme ich den Kopf frei und schaffe Platz für neue Gedanken. Doch diesmal war auch mein Ehrgeiz geweckt. Ich wollte unbedingt ein gutes Ergebnis für das PASS Lauf-Team erzielen. Durch meinen Laufkollegen – der mich als eine Art Zugpferd begleitete – konnte ich die Strecke von 5,6 km schneller als erwartet zurücklegen. Voller Freude stoppte ich die App und das Ergebnis wurde direkt in meinem Läuferprofil gespeichert. Neben mir absolvierten elf weiter PASS-Läufer die J.P. Morgan Corporate Challenge erfolgreich. Das PASS Lauf-Team sammelte insgesamt 78,4 Kilometer.

Als kleines Goodie und Belohnung für die erfolgreiche Teilnahme erhalten alle Läuferinnen und Läufer im Nachgang noch das offizielle Finisher-Shirt. Trotz einiger technischer Pannen bot der virtuelle J.P. Morgan Lauf eine schöne Abwechslung zum neuen Corona-Alltag. Ich hoffe, dass im nächsten Jahr wieder alle Sportevents wie gewohnt stattfinden können, und dass das PASS Lauf-Team wieder gemeinsam mit vielen anderen Unternehmen den J.P. Morgan Chase Lauf durch die Frankfurter Innenstadt bestreiten darf.


Titelbild: Shutterstock

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Profifußball und dann? Teil 4: Ein Blick zurück https://blog.pass-karriere.com/rund-um-die-karriere/profifussball-und-dann-teil-4-ein-blick-zurueck/ https://blog.pass-karriere.com/rund-um-die-karriere/profifussball-und-dann-teil-4-ein-blick-zurueck/#respond Mon, 26 Oct 2020 07:46:11 +0000 https://blog.pass-karriere.com/profifussball-und-dann-teil-4-ein-blick-zurueck/

Nun habe ich einige sehr lehrreiche Jahre bei PASS hinter mir und hänge die Fußballschuhe beim SV Viktoria Aschaffenburg so langsam an den Nagel, um mich vollends der beruflichen Laufbahn zu widmen.

An meine ersten Erfahrungen mit der PASS Consulting Group erinnere ich mich noch sehr gut zurück. Ohne große Erwartungen fuhr ich damals an den Schwalbenrainweg und machte mir ein Bild vom Unternehmen und seinen Beschäftigten. Auch wenn für mich zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar war, wohin die Reise geht, hatte ich danach ein sehr gutes Gefühl und eine gewisse Vorfreude in mir.

Dieser Beitrag ist Teil meiner Blog-Serie „Profifußball und dann? “

Mit meinem Sportmanagement-Studium gehörte ich meiner Meinung nach zwar nicht unbedingt in die Zielgruppe eines typischen Angestellten bei PASS, wusste aber durchaus von vereinzelten Projekten, bei denen Sportler der regionalen Vereine in die Tätigkeiten von PASS hineinschnuppern durften. Schon 2015 gab es viele richtungsweisende Gespräche mit der Geschäftsleitung, die immer wieder ihr Interesse daran betonte, mit den eigenen IT-Lösungen auch in den weltweiten Sportmarkt einsteigen zu wollen.

Die Business Unit Sports

Fast fünf Jahre später hat sich einiges getan: Es gibt mittlerweile eine eigene Business Unit Sports mit sieben wunderbaren Kollegen. Sie alle verfolgen bzw. verfolgten innerhalb ihrer Sportkarrieren eine Ausbildung bei PASS und bringen die Business Unit (BU) jeden Tag ein Stück weiter nach vorne.

PASS ist hierbei ganz klar ein Paradebeispiel, wie eine Integration von Sportlern und Profiathleten in ein Unternehmen gelingen kann – obwohl die Berufserfahrungen im Vergleich zum typischen Arbeitnehmer im IT-Business zwangsläufig deutlich reduzierter ausfallen. Das ist für beide Seiten kein Selbstverständnis.

Es dauert in der Regel ein wenig, bis sich ein Leistungssportler an das Pensum und die Gegebenheiten eines Unternehmens gewöhnt hat. Aber der Ehrgeiz und Wille, den man als Sportler ohnehin zu jedem Zeitpunkt an den Tag legt, kommt nicht selten auch im Berufsleben zur Geltung. Anpassungsfähigkeit und hohe Lern- und Leistungsbereitschaft sind geschätzte Eigenschaften, um auch im Unternehmen gesetzte Ziele zu erreichen. Zumindest kann ich dies mit Blick auf meine Kollegen innerhalb der BU nur bestätigen.

Honigfalle im Spitzensport?

Wie aber kann es gelingen, ehemalige Leistungssportler zu integrieren oder aktive Athleten dazu zu bewegen, eine Ausbildung oder ein Studium zu absolvieren? In meinem ersten Blogbeitrag hatte ich über die Herausforderungen und Hürden berichtet, die ein zweigleisiges Vorgehen mit sich bringt.

Hat sich in den letzten Jahren daran irgendetwas geändert? Meiner Meinung nach nur ein wenig. Durch die Vielzahl an Online- und Fernstudiengängen wird es zwar immer einfacher, Angebote wahrzunehmen, dennoch ist dieser zweigleisige Ansatz immer noch eine große Herausforderung  und nur mit sehr viel Disziplin zu meistern. Auch wenn man hier und da sogar von Weltklassesportlern wie z.B. Robert Lewandowski (Stürmer FC Bayern, zehn Jahre Uni Warschau) hört, dass sie parallel zur Karriere ein Studium absolvieren.

Die Karriereplanung über den aktiven Sport hinaus muss viel mehr in den Fokus der Vereins- und Verbandsarbeit rücken, damit Spieler nicht allein gelassen werden und sich frühzeitig mit diesen Themen auseinandersetzen (dürfen), ohne eine potenzielle Profikarriere zu gefährden. Auch die Wirtschaft kann dazu einen Beitrag leisten und Sportler im Berufsalltag mit gewissen Freiheiten ausstatten, die ihnen ermöglichen, eine Sportkarriere und eine qualitativ hochwertige Ausbildung miteinander zu verbinden.

PASS und Viktoria Aschaffenburg verfolgen z.B. das Ziel, mit der IHK Aschaffenburg zu kooperieren, um gemeinsam Wege und Lösungen zu finden. Erste Gespräche verliefen sehr vielversprechend. Alle Seiten sind sich bewusst, welche Mehrwerte hier nicht nur für Sportler, sondern vor allem auch für Unternehmen generiert werden können. Ob dabei ein fruchtbares und eventuell flächendeckendes Modell herausspringt, wird sich zeigen. Aktuell ist die Versuchung, über mehrere Jahre alles auf eine Karte zu setzen, für viele Sportler immer noch zu verlockend. Vor allem die momentanen Gehälter und Ablösesummen im Profifußball sprechen da Bände. Und ob sich das – wie manche vermuten – durch Corona von alleine regeln wird, wird sich zeigen.

Auch der ehemalige Profi-Handballer Cornelius Maas (übrigens einst Werksstudent in der PASS-Unternehmenskommunikation) hat diese Situation in seinem Artikel Honigfalle im Spitzensport für die Deutsche Sporthilfe sehr treffend beschrieben. Absolut lesenswert!


Bilder: Shutterstock

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Wie funktioniert zwischenmenschliche Kommunikation in Pandemiezeiten? https://blog.pass-karriere.com/arbeitswelt-4-0/kommunikation-pandemiezeiten/ https://blog.pass-karriere.com/arbeitswelt-4-0/kommunikation-pandemiezeiten/#respond Wed, 09 Sep 2020 12:59:35 +0000 https://blog.pass-karriere.com/kommunikation-pandemiezeiten/

Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um die geschäftliche Kommunikation in Pandemiezeiten habe ich mit dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen-Knigge-Gesellschaft, Clemens Graf von Hoyos, gesprochen.

Veränderte Rahmenbedingungen

Auch in Zukunft wollen sich die Dax-Konzerne flexibel aufstellen und ihren Mitarbeitern, sofern es die Tätigkeit zulässt, hybride Arbeitskonzepte anbieten. Aus aktueller Sicht ist davon auszugehen, dass die Arbeitswelt, wie wir sie vor der Corona-Pandemie kannten, nicht mehr zurückkehren wird. Eine neue Epoche ist angebrochen, die Zeit der Home- und Mobile Office Arbeitswelt.

Durch die Nutzung neuer Kommunikationskanäle verändert sich auch das zwischenmenschliche Miteinander. Gespräche und Meetings finden kaum bis gar nicht mehr in Form von physischer Anwesenheit statt, sondern virtuell bzw. digital. Diese Art des Zusammenkommens erfordert eine neue Herangehensweise zwischen Kollegen und Geschäftspartnern. Die Herausforderung ist, über den digitalen Weg eine bestehende Verbindung aufrechtzuerhalten oder eine geschäftliche Beziehung neu aufzubauen. Der Begriff Knigge wird dabei oft mit einer Benimm-Odyssee in Verbindung gebracht. Knigge selbst waren seinerzeit festgefahrene Benimmregeln nicht von Bedeutung, vielmehr ging es ihm darum, Menschen sozial und geistig aufzuklären.

Herr Hoyos, die zwischenmenschliche Kommunikation hat einen Wandel erfahren, der uns vor neue Aufgaben stellt. Wir sind digitaler geworden und schauen uns kaum mehr in die Augen. Was bedeutet das aus Ihrer Sicht für das Geschäfts- und Arbeitsleben?

Es ist schwieriger geworden, persönlich zu überzeugen und herauszufinden, ob die Chemie zwischen den Menschen stimmt, da Begegnungen schon jetzt überwiegend digital stattfinden. Es fehlen essenzielle Informationen über Gestik, Mimik und Stimme, aber auch der Geruch.

Die Bildqualität bei Videokonferenzen ist nicht immer gleichbleibend, der Körper vom Gegenüber wird nur eingeschränkt wahrgenommen. Auch ist die Tonqualität nicht immer einwandfrei, weil z.B. die Verbindung unterbrochen wird. Der Geruch ist ein essenzielles Mittel, welches unbewusst wahrgenommen wird und darüber entscheidet, ob wir jemanden sympathisch finden oder nicht. Nicht umsonst heißt es: Den kann ich gut bzw. nicht gut riechen.

Gleichzeitig ist die arbeitende Bevölkerung womöglich insgesamt entspannter. Menschen müssen nicht mehr pendeln und machen weniger Geschäftsreisen. Dadurch fällt ein großer Stressfaktor weg. Dies wird sehr wahrscheinlich der Qualität der Arbeit zugutekommen.

Allerdings ist es gerade im Homeoffice meines Erachtens empfehlenswert, wenn penibel darauf geachtet wird, dass sich das Berufsleben – vor allem nach dem Feierabend – nicht mit dem Privatleben vermischt. Wo möglich, sollte eine räumliche Trennung von Arbeitsplatz und Räumen zur Entspannung gewährleistet sein.

Im Laufe unseres Lebens haben wir gewisse Verhaltensweisen gelernt, die wir – bezogen auf unser Berufsleben – durch den tagtäglichen Einsatz gefestigt haben. Welche Eigenschaften sollten wir im Umgang mit Kollegen und Geschäftspartnern im digitalen Zeitalter besonders im Auge behalten, um untereinander Vertrauen zu halten oder neu aufzubauen?

Beim Vertrauen spricht man vom Know, Like and Trust Factor. Also Kennen, Mögen Vertrauen. Einen regelmäßigen Kontakt, wie er z.B. auch in der Kaffeeküche stattfindet, halte ich für wichtig. Digitale Team-Lunchs oder -Dinner in regelmäßigen Abständen sind sinnvoll, da man hier die Zeit findet, auch das eine oder andere privatere Thema zu besprechen. So lernt man sich besser kennen und findet sympathische Züge an seinen Gesprächspartnern.

Bei Videokonferenzen spricht man auch vom Check-in. Man findet sich – wie in der analogen Berufswelt auch – fünf Minuten eher ein und tauscht sich im lockeren Small Talk aus. Außerdem kann man sich so einen Eindruck von der Grundstimmung verschaffen, was dabei hilft, sich im folgenden Austausch besser aufeinander einzustellen. In einem rein sachlich geführten Business Talk ist das kaum möglich.

Tandems sind eine weitere Möglichkeit, den Kontakt zu halten. Bevor jeder für sich selbst in seinem Kämmerchen vor sich hinarbeitet, trifft man sich zur Tandemarbeitszeit in einem digitalen Raum. Ähnlich wie in einem Büro kann man schweigend vor sich hinarbeiten, sich allerdings zwischendurch auch austauschen. Diese Sessions können 30 Minuten oder auch länger dauern. Es kann eine Option sein, Teamarbeit zu fördern und schnellere Ergebnisse zu erzielen, weil eine spätere Abstimmung beispielsweise wegfällt.

Die soziale Umwelt oder anders ausgedrückt, die gesellschaftliche Beziehung hat sich insgesamt verändert. Welche Unterschiede gibt es in der persönlichen Kommunikation zur Videotelefonie?

Die Informationsdichte, die in der persönlichen Kommunikation unbewusst wahrgenommen wird, ist wesentlich höher als die in der digitalen Kommunikation, weil man den Menschen ganzheitlich und mit allen Sinneseindrücken wahrnehmen kann. Die Ausgabe- und Übertragungsqualität in Videokonferenzen reduziert diese Informationsdichte drastisch.

Minimale Verzögerungen und der Qualitätsverlust in der Bild- und Tonübertragung wirken unnatürlich. Ohne böse Absicht fällt man dem anderen ins Wort, wenn der Ton stockt. Sobald das Bild des Gesprächspartners einfriert, verlieren wir selbst an Körperspannung, da wir uns fälschlicherweise unbeobachtet fühlen.

Eine weitere Herausforderung ist, dass wir uns ohnehin viel zu häufig – alleine vor dem Laptop sitzend – unbeobachtet fühlen. Damit ist die Hemmschwelle niedriger, nebenbei andere Dinge zu tun wie beispielsweise E-Mails checken oder auf das Handy zu schauen.

Ungeachtet aller Defizite ist es ausgesprochen erfreulich und positiv zu bewerten, dass durch die technischen Möglichkeiten eine ortsungebundene Zusammenarbeit immer besser gelingt und sich auch weiterentwickeln wird.

Welche Empfehlungen haben Sie an Mitarbeiter, ihre Kunden und generell an die Gesellschaft, um das Miteinander in der digitalen Welt zu pflegen?

Auch wenn gerade Sparkurs angesagt ist, sind kleine Gesten der Aufmerksamkeit nach wie vor das beste Mittel, um Beziehungen zu pflegen. Von einem kurzen Anruf, in dem man sich nach dem Wohlergehen und den Herausforderungen erkundigt, über eine handgeschriebene Karte, eine kleine Schachtel Pralinen als „Nervennahrung“ bis hin zu einer Einladung zu einer virtuellen Veranstaltung, ist hier vieles denkbar und auch kostengünstig machbar.

Meine persönliche Erfahrung zeigt, dass die Beziehungspflege ein ernsthaftes Interesse an seinen Mitmenschen voraussetzt und niemals der nächste Deal die Motivation für die Kontaktpflege sein sollte.

Wie lässt sich Wertschätzung und Rücksichtnahme zu unserem Gegenüber in virtueller Form realisieren?

Wertschätzung zeichnet sich durch Zuvorkommenheit, durch ein Entgegenkommen und durch ungeteilte Aufmerksamkeit aus. Wir bereiten uns folglich gut auf unsere Videokonferenzen vor, versuchen uns in unser Gegenüber hineinzuversetzen und lassen jeden aussprechen.

Rücksichtsvoll benimmt sich jeder, der seine Mitmenschen nicht zwangsinvolviert. Dies bedeutet, die anderen nicht mit Nebengeräuschen zu stören, niemanden mit seiner schlechten Laune zu konfrontieren und sich eben nicht ablenken zu lassen. All das lenkt vom Wesentlichen ab und stört den Gedanken- und Gesprächsfluss. Letztlich will jeder Mensch gesehen, gehört und verstanden werden. Dazu bezieht man alle Gesprächspartner namentlich mit ein, spricht zwischendurch ein Lob aus und beherzigt die getroffenen Absprachen.

Was meinen Sie Herr Hoyos, was würde Knigge in der heutigen Zeit den Menschen empfehlen?

Knigge hat seinerzeit geschrieben: Fühle, denke, dulde, schweige, lächle! Was bedeutet das für unsere heutige Zeit? Ich bin überzeugt, dass Knigge heute den Menschen empfehlen würde: Entwickle ein hohes Maß an Resilienz, nimm dein Schicksal an und mach das Beste daraus.

Vielen Dank für das interessante Gespräch.

Clemens Graf von Hoyos ist der Vorstandsvorsitzende der Deutschen-Knigge-Gesellschaft e.V. und Fachautor beim Standardwerk „Der große Knigge“. Der zertifizierte Trainer für Business-Etikette (IHK) hält seit 2009 Vorträge und Seminare zu zeitgemäßen Umgangsformen. Mit Anfang 20 konnte Clemens Graf von Hoyos mit seiner Expertise das erste DAX-Unternehmen von seinen Dienstleistungen überzeugen. Inzwischen zählen internationale Unternehmen unterschiedlichster Branchen, Agenturen, Stiftungen und Universitäten sowie Personen des öffentlichen Lebens zu seinen Kunden.

Die Deutsche-Knigge-Gesellschaft e.V. ist eine ehrenamtliche Vereinigung von zertifizierten Trainern für Business-Etikette (IHK) und sachverständigen Experten. Der Verein gibt regelmäßig zeitgemäße Empfehlungen zu den Ideen des Adolph Freiherr Knigge (1752 – 1796) heraus.


Bilder: Shutterstock, Clemens Graf von Hoyos

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Raus aus der Komfortzone: Mein Aufbruch in ein neues Leben https://blog.pass-karriere.com/insights/raus-aus-der-komfortzone-mein-aufbruch-in-ein-neues-leben/ https://blog.pass-karriere.com/insights/raus-aus-der-komfortzone-mein-aufbruch-in-ein-neues-leben/#respond Fri, 19 Jun 2020 12:00:54 +0000 https://blog.pass-karriere.com/raus-aus-der-komfortzone-mein-aufbruch-in-ein-neues-leben/

Für mich persönlich dachte ich immer, dass ich im Zentrum der Welt lebe. Trotzdem war ich der Meinung, dass mir in meinem Leben etwas fehlt. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Ich bin stolz auf mein Land und auf meine Nationalität, doch bin ich gleichzeitig der Meinung, dass jede Nation in ihrer Geschichte dunkle Zeiten durchschreitet – ich bin mir sicher, dass wir unsere bald hinter uns lassen werden.

Als ich meinem Land den Rücken kehrte und mich in Richtung Malaysia auf den Weg machte, war mir noch nicht klar, wie sehr mich diese Zeit in meiner Persönlichkeit, Mentalität und Stärke prägen würde. In meiner Heimat Iran hatte ich fünf Jahre lang in einem Unternehmen gearbeitet, das vor allem mit Bankensystemen zu tun hat, hauptsächlich in den Bereichen HRM, Core-Banking, MIS und Kreditwürdigkeitsprüfungssysteme. Als dann das Angebot aus Kuala Lumpur kam, musste ich nicht lange zögern. Ich wollte endlich Freiheit spüren, die Welt sehen und mich persönlich weiterentwickeln.

Ich für mich glaube, dass ich in meinen jungen Jahren im Iran die stärksten Frauen der Welt gesehen habe. Sie stehen tagtäglich unter immensem Druck, vor allem in einigen ländlichen Regionen des Landes, aber gleichzeitig sprühen ihre Gedanken und ihre Denkweisen vor so viel Freiheit und Leidenschaft. Ich für mich kann dieses Gefühl nur schwer beschreiben, aber würde ich wollen, so könnte man sich eine Person in einem Gefängnis vorstellen, die von hohen Mauern umgeben ist, aber mit einem freien Geist im absolut gegenwärtigen Moment lebt.

Verlangen junger Menschen nach Wissen und Selbstbestimmung

An Freitagen, die im Iran vergleichbar mit den Sonntagen in Deutschland sind, bilden sich im Iran lange Menschenschlangen vor verschiedenen Kunstausstellungen, Theateraufführungen und Büchereien. Diese Entwicklung ist für mich unglaublich und ich habe selten ein solches Verlangen nach Wissen erleben dürfen. Es ist wie ein Feuer, dass im Herzen dieser jungen Menschen – und vor allem Frauen – brennt.

Als ich nach drei Jahren in Malaysia erlebte, wie viele meiner ehemaligen Kollegen und Freunde aus dem Iran nach Deutschland aufbrachen, um dort zu arbeiten, wollte ich es ihnen unbedingt gleichtun. Hier in Europa gibt es eine Vielzahl von Jobs im IT-Bereich und eine große Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften. Wenn ich heute, über ein halbes Jahr nach meiner Ankunft, auf meine Entscheidung zurückblicke, kann ich für mich sagen, dass es wohl die beste meines Lebens war.

Endlich Freiheit, aber auch Sprachbarrieren

Ich erinnere mich heute noch daran, dass mir ein Freund – der damals bereits in Deutschland lebte – gesagt hat: „Mehrnoosh, du kannst die Bedeutung von Demokratie, Menschenrechten, Redefreiheit und Gleichberechtigung der Geschlechter nicht verstehen, wenn du nicht zu uns nach Deutschland kommst.“ Meine Neugier stieg damit immer weiter. Natürlich wusste ich zu diesem Zeitpunkt auch, dass es für mich vor allem ein Sprachkampf werden würde. Das ist die Sache, die für uns alle, die wir aus fernen Ländern kommen, die größte Barriere darstellt. Aber ich war mir damals sicher, dass ich auch diese Herausforderung überwinden werde. Und jetzt bin ich hier, noch mit meiner ganzen Zukunft vor mir.

Der erste Moment für mich, als ich diese Tatsache das erste Mal richtig begriff, waren nicht die Augenblicke am Abfluggate, der Weg zum Flughafen oder die letzten Minuten mit meiner Familie. All diese Dinge sind jetzt verschwommen. Der erste Moment, in dem ich mir wirklich angekommen fühlte, war in der Schlange der Einwanderungskontrolle, als ich versuchte mein Gepäck zu schleppen – welches mindestens doppelt so viel wie ich wog – und jemand hinter mir sagen hörte: „Entschuldigung.“ Jede andere Person an diesem Tag hätte dieses Wort wegen seiner Belanglosigkeit einfach überhört, aber für mich war es wie ein ohrenbetäubender Knall: Das erste deutsche Wort, welches ich nach meiner Ankunft hörte.

Mein Beginn bei PASS

Ich glaube an Inspiration. An dem Tag, an dem ich mein erstes Vorstellungsgespräch bei PASS hatte, war ich extrem gestresst und nervös. Umso mehr freute ich mich danach über meine Annahme hier in Aschaffenburg. Ich bin mir sicher, dass es persönliches Glück ist, dass ich genau hier bei der PASS Consulting Group gelandet bin. Die Abteilung, mit der ich hier zusammenarbeite, besteht einfach aus netten Menschen, die mich immer unterstützen. Gleichzeitig sind sie immer dazu bereit, mir wichtige Informationen weiterzugeben und bei jedem Kampf zu helfen. Da mir der deutsche Sprachwortschatz noch fehlt, erklärten sie mir in den ersten Tagen alles auf Englisch. Mittlerweile wird mein Deutsch aber immer besser.

Heute glaube ich mehr als alles andere, dass das persönliche Wachstum eines jeden Menschen außerhalb der Komfortzone stattfindet. Man kann nicht erwarten, sich als vielseitiges Individuum zu entwickeln, wenn man Angst hat, sich die Hände schmutzig zu machen. Ich für mich möchte die persönlichen Tragödien und Verluste nie mehr bedauern, denn ich sehe, wie mich diese schrecklichen Erfahrungen zu einer Säule der Stärke gemacht haben. Aus jedem negativen Umstand, den jeder von uns erlebt, kann etwas Gutes wachsen.

Ich hoffe auf die beste Zusammenarbeit mit PASS und freue mich auf meine weitere Zeit in Deutschland.


Aus dem Englischen übersetzt / Bild: Shutterstock

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