Als Ausbildungsscout unterwegs an Schulen

Schulabschluss geschafft – und jetzt? Weiterführende Schule, Berufsausbildung oder doch ein Studium? Einige Schüler wissen schon ganz genau, wie der Weg aussehen soll – doch mindestens genauso viele bekommen bei dieser Frage Schüttelfrost. Die Entscheidung ist nicht einfach, da hierdurch die Weichen für die berufliche Laufbahn gestellt werden. Allerdings nagelt die Wahl uns nicht für alle Ewigkeiten an einen Beruf oder eine Fachrichtung fest.

Gemeinsam für die duale Ausbildung            

Die Vorstellung einer dualen Ausbildung ist für viele Schüler eine abstrakte und beängstigende Vorstellung. Um Chancen zu generieren und Ängste zu nehmen, engagieren sich Unternehmen, Auszubildende und Schulen gemeinsam im Projekt „IHK Ausbildungsscouts“ für die Berufsausbildung. Aber was genau lässt sich darunter vorstellen und was beinhaltet dieses Projekt?

Ausbildungsscouts sind Auszubildende, meist im zweiten oder dritten Lehrjahr, die an Schulen in der Region hautnah aus dem Arbeits- und Berufsschulalltag berichten. Die Organisation hierfür übernimmt der Regionalkoordinator der zuständigen Industrie- und Handelskammer. Durch die Kommunikation auf Augenhöhe zwischen Scouts und Schülern wird für mehr Transparenz in Sachen Ausbildung gesorgt. Die Message ist klar: Junge Menschen für eine Ausbildung, welche Praxis und Theorie vereint, mit anschaulichen, persönlichen Erfahrungen und Medien begeistern, jedoch auch auf objektiver Ebene die Vor- und Nachteile beleuchten. Das Konzept kommt an – sowohl bei Schülern, als auch bei Auszubildenden und Ausbildern.

Vorteile für alle Parteien

Alle Beteiligten profitieren von dem Projekt: Die Schüler bekommen einen authentischen Einblick in die Welt der Berufsausbildung, erhalten konkrete Tipps und Informationen aus der Praxis für ihre eigene Berufswahl, gewinnen mehr Sicherheit in Bezug auf das Arbeitsleben und sammeln zusätzliche Zukunftsperspektiven. Daraus abgeleitet stärken die Auszubildenden in der Rolle als Scout ihre Präsentationsfähigkeiten, entwickeln ein souveränes Auftreten und erweitern ihr Wissen und die Perspektive rund um die eigenen beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten. Die Förderung dieser Kompetenzen, jenseits der regulären Ausbildungsinhalte, birgt daher natürlich auch viele positive Aspekte für den Ausbildungsbetrieb. Auch werden aus der Sicht der Unternehmen potenzielle Fachkräfte gesichert und Schüler darin bestärkt, nach einem Schulabschluss eine Berufsausbildung zu starten. Eine mehrfache Verlängerung des erfolgreichen Projektes durch die IHK spricht dabei für sich.

Die Ausbildungsscouts sind ein gemeinsames Projekt der IHK und teilnehmender Firmen. Bildquelle: IHK Aschaffenburg

Eine persönliche Erfahrung

Zum Abschluss möchte ich noch eine kurze persönliche Erfahrung meinerseits schildern, nämlich meinen ersten Einsatz als Ausbildungsscout. Zunächst erhält man hierfür eine Schulung durch die IHK, wobei grundsätzliche Präsentations- und Redetechniken einstudiert sowie hilfreiche Tipps und Tricks zur Verfügung gestellt werden. Bei meinem ersten Termin ging es an die Realschule in Großostheim, die einen ganzen Thementag zur beruflichen Orientierung veranstaltete. Dort waren auch diverse andere Firmen und Organisationen vertreten. In der Regel finden unsere Präsentationen aber an regulären Schultagen statt.

Wir, also das Team der Ausbildungsscouts, waren zu dritt: Der Regionalkoordinator, welcher bei allen Schulbesuchen die Scouts begleitet, ein anderer Auszubildender zum Grafikdesigner und ich als Fachinformatiker für Systemintegration. Mich überraschte sehr, wie viele der Schüler noch überhaupt nicht wussten, wie es für sie nach der mittleren Reife weitergehen soll. Glücklicherweise war es mir möglich, eine Ausbildung mit Zukunftscharakter aufzuzeigen. Viele der Schüler stellten daraufhin auch interessierte Fragen, was in dieser Situation die beste Bestätigung für mich war.

Gerade weil ich schon sehr früh wusste, dass ich meine Leidenschaft – die Informationstechnologie – zum Beruf machen wollte, ist mir durchaus bewusst, dass es nicht jeder in seiner Berufsfindung so einfach hat. Dementsprechend forderte ich auch meine Zuhörer mehrmals zu Praktika auf – meiner Meinung nach die beste Möglichkeit, um sich eine Vorstellung vom Berufsalltag zu machen. Diese Message möchte ich auch in Zukunft allen Schülern vermitteln: „Macht euer Hobby oder eure Leidenschaft zum Beruf!“

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