Das Deutschlandstipendium ist ein bundesweites Förderprogramm für besonders leistungsstarke und engagierte Studierende. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten erhalten eine monatliche finanzielle Unterstützung, die jeweils zur Hälfte vom Bund und von privaten Förderern wie PASS finanziert wird. Darüber hinaus eröffnet das Programm wertvolle Möglichkeiten zum Netzwerken und bietet spannende Einblicke in die berufliche Praxis.
Als Förderer engagiert sich PASS auch in 2026 wieder aktiv für die Entwicklung junger Talente und unterstützt derzeit die beiden Deutschlandstipendiaten Jona Strickler und Enya Chudaska. Durch die Förderung möchten wir Studierende auf ihrem akademischen und persönlichen Weg begleiten und ihnen zugleich die Möglichkeit geben, frühzeitig Kontakte in die Berufswelt zu knüpfen.
Im Interview erzählt Enya von ihrem Studienalltag, ihren persönlichen Zielen und davon, welche Bedeutung das Deutschlandstipendium für ihren bisherigen Weg hat. Außerdem gibt sie Einblicke in die Chancen und Perspektiven, die sich durch die Förderung eröffnen.
Hallo Enya danke, dass Du Dir heute die Zeit nimmst, uns einige Fragen zu Dir und Deinem Deutschlandstipendium zu beantworten. Wie bist Du auf das Deutschlandstipendium aufmerksam geworden und welche Motivation steckte hinter deiner Bewerbung?
Enya Chudaska: „Ich erinnere mich vage, dass ich eine Mail von der TH Aschaffenburg zum Deutschlandstipendium bekommen habe. Aber so richtig aufmerksam gemacht wurde ich durch meine Familie. Mein Bruder, der ebenfalls letztes Jahr sein Studium begonnen hat, wurde von seiner Hochschule darüber informiert und hat erzählt, dass er sich einfach mal beworben hat. Motiviert hat mich, dass es eine gute Möglichkeit ist, sich auf sein Studium zu konzentrieren und trotzdem Geld zu ‚verdienen‘. Dass die Bewerbung auch noch so einfach funktionierte, war eine positive Überraschung.“
Erzähl uns doch ein wenig über Dich: Wo kommst Du her und welche schulischen sowie akademischen Stationen hast Du bis jetzt durchlaufen?
Enya: „Ich komme aus dem Landkreis Aschaffenburg, habe am Karl-Theodor-v.-Dalberg-Gymnasium mein Abitur gemacht und wusste danach nicht so genau, was ich machen soll. Deshalb habe ich erst einmal einige kurze Praktika gemacht, um mich beruflich etwas zu orientieren.“
Verstehe, warum hast Du Dich bei der Wahl Deines Studiengangs dann für Medical Engineering & Data Science entschieden? Was hat Dich an dieser Fachrichtung besonders interessiert?
Enya: „Nach meinen Praktika konnte ich einiges ausschließen, habe allerdings nicht das Passende gefunden. Schlussendlich habe ich das genommen, wofür ich mich auch direkt nach dem Abi entschieden hätte. Wir waren in der Oberstufe mal an der TH und dort wurde unter anderem auch kurz dieser Studiengang vorgestellt. Ich finde Medizin grundsätzlich spannend, könnte mir aber nicht vorstellen, in den typisch medizinischen Berufen zu arbeiten. Außerdem interessieren mich Technik und Programmieren, so klang das dann ganz passend.“
Wieso fiel Deine Wahl dabei auf die TH Aschaffenburg und wie hast Du den Einstieg ins Studium erlebt?
Enya: „Erstmal ist es natürlich praktisch, dass die TH in meinem direkten Umfeld ist, der Weg ist nicht weit. Aber ich habe auch nur Gutes von ihr gehört und habe mich deswegen für Aschaffenburg entschieden. Dafür, dass ich Kennenlerntage immer schrecklich finde, waren die Mentoren und Professoren wirklich nett und es war ein angenehmer Start ins Studium.“
Wie gefällt Dir denn das Studentenleben an Deiner Hochschule und in Aschaffenburg generell?
Enya: „Da ich in der Gegend aufgewachsen bin, kenne ich Aschaffenburg schon und gegenüber meiner Schulzeit hat sich nicht viel in meinem Leben und Umfeld geändert, daher kann ich nicht wirklich viel zum Studentenleben sagen.“
Welche Schwerpunkte bietet Dir Dein Studium? Und hast Du bereits eine Vorstellung, in welche Richtung Du Dich später spezialisieren möchtest?
Enya: „Wir können uns meines Wissens nach entweder in Richtung Naturwissenschaft und Technik oder Informatik spezialisieren. Sicher entschieden habe ich mich noch nicht, wobei mich Prothetik interessieren würde.“
Das klingt interessant. Kannst Du mir sagen, was Dich besonders an der Verbindung von Medizin, Technik und Datenanalyse fasziniert?
Enya: „Es sind alles Bereiche, die nah am Alltag sind und wirklich wichtig für unsere Gesellschaft, und vor allem die Kombination bietet viele spannende Konzepte und Möglichkeiten.“
Welche Bedeutung siehst Du in der Digitalisierung und Datenanalyse für die Zukunft des Gesundheitswesens?
Enya: „Man merkt ja schon bei einem normalen Arztbesuch, wie viel Technik dahintersteckt. Die meisten Leute wurden schon einmal geröntgt oder waren im MRT, und das wird sich ja noch viel weiterentwickeln und extremer werden. Es gibt schon für den OP Telemanipulatoren und es werden KI-Tools entwickelt, die bei einem Arzt-Patienten-Gespräch mitdokumentieren. Ich denke, die Technik in der Gesundheitsbranche wird sich in Zukunft deutlich weiterentwickeln, um den Fachkräften den Alltag zu erleichtern und den Patienten immer besser und schneller zu helfen.“
Hast Du in Deiner Zeit bisher bereits praktische Erfahrungen gesammelt, zum Beispiel durch verschiedene Praktika?
Enya: „Im Bereich Medizintechnik leider noch nicht wirklich, da ich keine Praktikumsstelle dazu gefunden habe. Aber ich durfte ein paar Tage lang einen Vertriebsmitarbeiter für den Bereich Homecare, Reha- & Medizintechnik begleiten und fand schon da die teilweise wirklich komplexen Geräte, wie z. B. spezielle Rollstühle für Patienten, die an ALS oder Muskeldystrophie erkrankt sind, spannend.“
Was denkst Du, welche beruflichen Möglichkeiten wird Dir Dein Studium in Zukunft eröffnen und welche davon sprechen Dich persönlich besonders an?
Enya: „Unsere Professoren betonen immer wieder die Vielfältigkeit unseres Studiengangs. Man könnte im Krankenhaus bei der IT oder der Medizintechnik arbeiten, bei Herstellern von Medizinprodukten, bei Datenauswertung z. B. bei klinischen Studien etc. Reine Datenauswertung könnte ich mir momentan nicht vorstellen, eher Arbeit im Krankenhaus oder bei Herstellern von Medizinprodukten.“
Vielen Dank für das Beantworten unserer Fragen! Wir wünschen Dir viel Erfolg für Dein weiteres Studium.
PASS beteiligt sich am Deutschlandstipendium
Bilder: PASS, Shutterstock


