Digital berufliche Kontakte knüpfen: Die virtuelle Karrieremesse

In Zeiten der Corona-Pandemie haben es auch deutsche Messen nicht leicht. Seit März 2020 wurden sämtliche öffentliche Veranstaltungen gestrichen. Das führte dazu, dass sich das Geschäft nun mehr und mehr in das Internet verlagert. Auf diese Weise rücken Online-Angebote wie virtuelle Marktplätze verstärkt in den Vordergrund. Die Vorteile liegen auf der Hand: Weltweite Teilnahmemöglichkeiten, die den Beteiligten lange Anreisen ersparen und gleichzeitig eine beinahe lupenreine CO2-Bilanz bescheren.

Auch bei PASS standen wir zu Beginn des Jahres vor der Herausforderung, bei keiner der Präsenzmessen im unterfränkischen Umland ausstellen zu können. Als Alternative fanden wir die IT Jobmesse, die Anfang Mai 2020 gänzlich digital stattfand. In den „Messehallen“ standen den interessierten Besuchern circa 33 Aussteller und mehr als 540 Jobangebote zu Verfügung, die übersichtlich angeordnet und per Mausklick erreichbar waren.

Virtueller Messetag:

Meine Kollegin, Heidrun Fernau-Rienecker, Chief Marketing Officer, hat sich extra einen Termin frei gehalten, um die IT-Jobmesse aus der Sicht eines Ausstellers kennenzulernen. Für zwei Stunden am Nachmittag betreut sie, von ihrem Schreibtisch aus, unseren digitalen Recruiting-Stand. Kaum ist ein Chat beendet, springt sie auf dem übersichtlichen Browser-Overlay zum Nächsten. Hier wartet bereits ein weiterer Interessent, der sich nach möglichen Einsatzorten für eine Stelle erkundigen möchte. Das Interesse der Jobinteressierten ist groß, denn im Minutentakt melden sie sich unter dem blauen PASS-Logo an, um Kontakt aufzunehmen. Sie wollen sich rund um die Jobangebote an den PASS-Standorten informieren. Was folgt, ist ein freundlicher Austausch, in dem häufig auf die Stellenanzeigen eingegangen wird, die auf dem digitalen Messestand verlinkt sind. In der Regel endet der Dialog damit, dass der interessierte Kandidat im Anschluss an den Chat seine Bewerbungsunterlagen per Upload übermittelt.

Detailreiche Vorbereitung 

Die Vorbereitungen für die virtuelle IT Jobmesse begannen bereits Ende 2019, bevor wir etwas vom kommenden Corona-Lockdown ahnten. Die Kollegen der Personalabteilung hatten den Online-Event bereits im Frühjahr 2019 beobachtet und sich vorgenommen, diesen nun als Aussteller zu testen. Als dann der Lockdown in Kraft trat, erwies die Messe sich plötzlich als sinnvolle Alternative, um weiterhin mit potentiellen Jobinteressierten in Kontakt treten zu können. Gemeinsam mit dem Team der IT Jobmesse stimmte unsere Eventmanagerin in detailreicher Kleinarbeit die Rahmenbedingungen und die Optik des PASS-Auftrittes ab. Auch für sie war das Neuland. Inzwischen hat sie sich zu einer kompetenten Ansprechpartnerin für die Organisation solcher Web-Events entwickelt und ist nun sehr gefragt, da der Bedarf inzwischen sehr hoch ist.

Meine Kollegin Heidrun Fernau-Rienecker im Gespräch mit einem Besucher der virtuellen IT Jobmesse

Zahlreiche Fachvoträge im virtuellen Auditorium 

Das Besondere an dieser virtuellen Jobmesse war, dass jeder Aussteller seinen digitalen Stand individuell gestalten konnte. Dazu gehörte neben Logos, Fotos und Grafiken auch die Einbindung eines Video-Clips, mit dem wir PASS den Besuchern vorstellten. Unser Personalreferent, Christian Schulz, bekam einen Avatar-Doppelgänger und war so „persönlich“ am Stand“ vertreten (siehe Titelfoto). In der Online-Messehalle konnten sich die Besucher durch die verschiedenen Stände der Aussteller klicken. Darunter waren auch Firmen, die nicht der IT-Branche zuzuordnen sind, jedoch als Energieversorger, Autobauer oder Reiseanbieter eigene Technik-Bereiche unterhalten. Die meisten trugen auch zum Rahmenprogramm der Messe bei, dem Auditorium. Hier wurden Vorträge mit anschließender Fragerunde angeboten. PASS beteiligte sich mit einem Fachvortrag, der eines unserer Kernthemen, die „Automatisierte Softwareentwicklung in der Praxis“ vertiefte. Nach Ende des Beitrages nutzten die Messebesucher die Möglichkeit, mit dem Referenten zu chatten und so Einblicke in die PASS-Welt zu erhalten.

Treibstoff für die Digitalisierung

Geht es um die Jobsuche, dominieren bereits seit Jahren digitale Stellenanzeigen auf Job-Portalen und in Online-Foren. Netzwerke wie Xing und LinkedIn haben eine weitere Lücke zwischen Bewerber und Unternehmen geschlossen, indem sie Interaktion und ständige Updates eigener Profile ihrer Nutzer befördern. Die Möglichkeiten, sich in seriöser Form einem potentiellen Arbeitgeber oder Recruiter zu präsentieren, werden immer vielfältiger. Zusätzlich liefert die weltweit um sich greifende Coronavirus-Pandemie nun den Treibstoff für ein bisher unerschlossenes Networking-Tool: Digitale Messen, in die sich jeder aus dem heimischen Wohnzimmer einfach einloggen kann.

Bedarf von Verbesserungen

Allerdings ist auch im Bereich der digitalen Messen nicht alles Gold was glänzt. So fiel uns als Teilnehmer auf, dass sich die Darstellung der Inhalte noch stark an den „analogen“ Bedingungen orientiert. Es wurde z. B. das Abbild einer Veranstaltungshalle mit ihren Messeständen in das Netz projiziert – vom Stehtisch bis zur Topfpflanze scheint hier alles originalgetreu nachempfunden. Dies ist keine wirkliche Innovation. Stattdessen sollte die Chance genutzt werden, sich mit virtuellen Ausstellungen neu zu erfinden. Dazu gehört, sich von ihren analogen Vorbildern zu lösen und damit neue Wege zu gehen.

Auch der potentielle Bewerber von morgen hat sich auf Neuerungen einzustellen: Da Jobangebote auf jenen Messen nun nicht mehr regional, sondern deutschlandweit verfügbar sind, muss sich der teilnehmende Absolvent auf ein Verlagern seines Lebensmittelpunktes gefasst machen. Denn sollte der perfekte Job, bei einem tollen Unternehmen, auf einer digitalen und damit deutschlandweiten Messe zu finden sein, könnte der zukünftige Arbeitsplatz auch am anderen Ende der Bundesrepublik liegen. Gerade im Bereich von spezifischen Messen für z.B. IT-Fachkräfte braucht es daher kluges Marketing, um einen großen Teil dieser recht kleinen Zielgruppe für eine überregionale Online-Veranstaltung zu gewinnen und den teilnehmenden Unternehmen damit einen maximalen Mehrwert zu bieten.

Digitale Arbeitsformen bestimmen die 20er Jahre des zweiten Jahrtausends 

Die Implementierung von digitalen Arbeitsformen ist weltweit auf dem Vormarsch. Deren Akzeptanz in der Gesellschaft steigt rapide an. Bestes Beispiel ist das Homeoffice. Darüber habe ich im Beitrag „Meine Homeoffice-Erfahrungen“ bereits auf diesem Blog berichtet. Dem entsprechend wird sich auch der Trend hin zu virtuellen Messen weiter verstärken. Doch nicht nur in Bezug auf Jobangebote und Bewerbersuche wird dieses Tool immer relevanter – es hat längst auch in andere Geschäftsbereiche Einzug gehalten. Zum Beispiel präsentierten unsere Kollegen der PASS Logistics Solutions AG ihre IT-Lösungen unlängst auf einer Online-Fachmesse für Logistiker.

Wir bei PASS sind gespannt auf die weiteren Entwicklungen.

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